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Profile lügen mit Licht, Winkel, Filtern und dem heiligen „ist halt nur ein Schnappschuss“: Sonntagabend. Laptop auf dem Bauch, Chipskrümel im Bauchnabel, drei Tabs offen. Erst Sneaker im Warenkorb, dann Dating-App, dann Pornhub als Notausgang. Push kommt genau um 21:37. Die wissen, wann einer einsam vorm Display sitzt. Ich starre auf Frauen mit Haut wie Glas, Augen wie Studioleuchte, kein Pickel, kein Schatten. Später lese ich, dass Profile mit drei bis fünf klaren Fotos mehr Matches kriegen als das eine mit Sonnenbrille im Auto. Klar. Ich lade trotzdem mein Spiegelselfie mit Klo im Hintergrund hoch und nenne es „authentisch“. Ich ziehe den Bauch ein, halte das Handy hoch, Winkel von oben, damit der Minipimmel im Kopf wenigstens Größe hat. Filter bis zur Unkenntlichkeit, Kiefer angespannt, bisschen Bad Boy. Danach schreibe ich „Bin Unternehmer“ lüge in die Bio und warte auf Applaus vom Algorithmus. Täglich swipen bringt Sichtbarkeit. Also swipe ich. Wie ein Match-Süchtiger, der glaubt, Fleiß ersetzt Charakter. Zwischen all den perfekten Gesichtern tauchen plötzlich Profile auf, die aussehen wie ein Pornobild ohne Money-Shot. Glatt, leer, zu gut. Ich like trotzdem. Bots löschen sie erst nach Monaten, habe ich gelesen. Das Karussell bleibt voll, auch wenn keiner drin sitzt.
Wer täglich swipet, wird häufiger gezeigt, nicht besser: Ich merke, dass die App mich öfter ausspielt, wenn ich brav jeden Tag wische. Also sitze ich da wie ein braver Hund und hoffe, der Knochen heißt Sex. In Wahrheit bin ich nur ein Lauch im Schlüpfer mit WLAN. Ich schreibe dreckige Nachrichten tippen, lösche sie wieder, schreibe „Hey Süße“ in 20 Chats und rede mir ein, das sei Strategie. Die ersten zwei Nachrichten entscheiden alles. Danach sinkt die Antwortquote wie mein Mut nach dem dritten Bier. Also haue ich direkt einen auf dicke Hose machen raus. Dominant, spontan, immer unterwegs. In Wirklichkeit Wichsen statt wirken, aber online klingt es wie Actionfilm. Wenn dann nichts kommt, hänge ich auf „Gelesen“ hängen und fühle mich betrogen. Manchmal blockiert nach Dickpic. Verdient. Ich bin dann beleidigt, nenne sie verklemmt und tippe weiter. Großes Maul im Chat, null Plan im echten Leben. Das Licht lügt nicht nur bei ihnen. Es macht auch aus mir einen Helden mit Schatten, die nur ich sehe.
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Emojis sind die billigste Form von Mut
Spätschicht. Kabinentür zu, Hose halb unten, Handy in der Hand. Nicht wegen Arbeit. Wegen Hoffnung. Ich schreibe erst einen ganzen Absatz, lösche ihn, schicke dann drei Flammen-Emojis und einen Pfirsich. Das ist mein Mut. Billig, schnell, feige. Eier nur als Emoji. Ich weiß, dass die ersten zwei, drei Nachrichten entscheiden. Also keine Zeit verlieren. Direkt Sexting auf billig andeuten, bisschen frech, bisschen dreckig. Keine echte Einladung, nur so tun als ob. Wenn nichts zurückkommt, nenne ich es Spiel. In Wahrheit hockt da ein Sackgesicht im Chat, das sich nicht traut, einen echten Termin vorzuschlagen. Push-Nachrichten kommen abends, genau dann, wenn die Stille in der Wohnung laut wird. Ich werde pushgeil auf Benachrichtigungen, als würde irgendwo wirklich jemand warten. Die App zeigt mir „Zuletzt online“. Ich starre drauf, als wäre es ein Herzmonitor.
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Mut kostet nichts, solange er nur blinkt: Später wechsle ich in den Premium-Chat. 2,99 die Minute blechen, für Chat bezahlen. Läuft automatisch weiter, wenn ich nicht stoppe. Ich stoppe nicht. Ich rede von Reisen, Autos, Zukunft. Arschkriecher bei 2,99 die Minute, der glaubt, Nähe gäbe es im Abo. Sie schreibt mit Herzchen, ich fühle mich wie ein Schwanzprotz ohne Einsatz. Kein Risiko, kein Treffen, nur Worte. Ich zahle für nackte Pixel, abgezogen im Pay-Chat, abgezockt von Cam-Girls und nenne es Investition. Danach liege ich im Bett bei Mama im Nebenraum. WLAN stark, Realität schwach. Ich bin Mamas kleiner Ficker im Kopf und Dauergeil und dauersolo im Bett. Manchmal denke ich, ich will doch nur Sex. Keine Liebe, kein Drama. Einfach Haut statt Display. Und dann tippe ich wieder ein Emoji. Feuer. Pfirsich. Zwinkern. Mehr Mut passt gerade nicht rein.
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„Spontan“ heißt online „ich habe Angst vor Planung“
Spätschicht. Kabinentür zu, Neonlicht überm Waschbecken, Handy auf den Knien. Ich schreibe „Bin voll spontan“ und wische mir gleichzeitig den Schweiß von der Stirn, weil schon ein fixer Termin wie Zahnarzt klingt. Spontan heißt bei mir: Ich will heute ficken, aber bitte ohne Uhrzeit, ohne Adresse, ohne Verpflichtung. Nur so ein Nebel aus Vielleicht. Ich sitze da als Wichser am Handy, rede von Freiheit und meine eigentlich nur Bequemlichkeit. Planung wäre Aufstehen, Duschen, hinfahren, sich zeigen. Spontan ist Sofa, Jogginghose, Pizzaöl auf dem Shirt. Ich nenne das Lockerheit. In Wahrheit ist es Eier aus Watte. Wenn eine fragt „Wann genau?“, kriege ich plötzlich Rücken. Ich schreibe dann was von Arbeit, Stress, vollem Kalender. Auf wichtig tun ist billiger als ehrlich sagen, dass ich Angst habe, in echt weniger Eindruck zu machen als im Display. Also bleibe ich schwammig. „Mal schauen, was der Abend bringt.“ Der Abend bringt meistens Pornos statt Frauen. Die App merkt sich, wer jeden Tag swipet. Also swipe ich täglich wie ein braver Hund. Sichtbarkeit steigt, Mut nicht. Und während ich anderen vorwerfe, sie seien kompliziert, sitze ich da als Schwanzwedler ohne Hund, der glaubt, Unverbindlichkeit sei ein Charakterzug.
Wer keinen Termin nennt, will nur die Illusion behalten: Sonntagabend. Zwischen Warenkorb und Pornhub-Tab schreibe ich drei Matches gleichzeitig. „Spontan bei mir?“ klingt nach Abenteuer, meint aber: bitte komm her, ich bewege mich nicht. Ich bin ein Minipimmel-Maulheld, der denkt, große Worte ersetzen kleine Realität. Wenn sie nach einem konkreten Tag fragt, kommt die Schwanzlüge und Pimmelpanik. Ich tippe rum, lösche, tippe neu. Ich will Nähe ohne Risiko. Haut ohne Aufwand. Sex ohne das peinliche erste Schweigen im Café. Also bleibe ich online. Schicke Emojis, schicke Fantasie, schicke gar nichts. Und wenn der Chat stirbt, nenne ich es Pech. In Wahrheit ist es meine Spezialität: Fickfantasie auf Raten.
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Ich will Sex, kriege aber nur Matches mit Paywall
Premium-Chat auf dem Sofa, Licht aus, nur das Display glüht. Profilbild perfekt, Bio kurz, Antwort schnell. Zu schnell. Drei Nachrichten später kommt der Hinweis: 2,99 die Minute blechen, für Chat bezahlen. Ich bleche. Natürlich bleche ich. Ich rede mir ein, das sei Investition in gute Stimmung. In Wahrheit bin ich ein Arschkriecher bei 2,99 die Minute, der für nackte Pixel zahlen will, weil echte Frauen komplizierter sind als ein Preismodell. Die Uhr läuft, das Guthaben sinkt, ich erzähle von Reisen, Autos, Plänen. Alles geliehen aus Serien. Sie tippt Herzchen. Ich fühle mich wie ein Schwanzprotz ohne Einsatz. Kein Risiko, kein Geruch, kein echtes Gegenüber. Nur Worte. Wenn die Minuten ablaufen, verlängere ich automatisch. Abgezogen im Pay-Chat, abgezockt von Cam-Girls. Ich nenne es Service. Manchmal treffe ich Profile, die aussehen wie ein Pornobild ohne Money-Shot. Zu glatt, zu perfekt. Ich weiß es und swipe trotzdem. Das Karussell ist voll mit Bots, aber Hauptsache es blinkt.
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Die App verkauft Hoffnung in Minutenblöcken: Ich liege später im Bett, Mama hustet im Nebenraum, WLAN stark, Selbstachtung schwach. Mamas kleiner Ficker mit Kreditkarte. Ich schreibe, ich zahle, ich träume. Echte Matches gibt es auch. Dann scheitert es an den ersten zwei Nachrichten. Ich schicke Copy-Paste-Anmache, rutsche verzweifelt reinsliden, frage plump „Zeig mal Titten“ schreiben und wundere mich, wenn blockiert nach Dickpic passiert. Am Ende bleibe ich Dauergeil und dauersolo, rede von Pech und Markt und Angebot. Dabei sitze ich da als Loser mit Latte, der lieber für Chat bezahlen würde als sich einmal nüchtern vor eine echte Person zu setzen. Und jedes Mal denke ich, morgen mache ich es anders.
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Das Internet: Erst Online-Shopping, dann Dating-App, dann Pornhub
Sonntagabend. Jogginghose mit Soßenfleck, Laptop warm wie ein Heizkörper auf dem Bauch. Erst Sneaker in den Warenkorb, weil neue Schuhe angeblich ein neues Leben sind. Zwei Klicks später lande ich bei der Dating-App. Reihenfolge ist heilig. Konsum, Hoffnung, dann Notausgang. Ich swipe durch Gesichter, die aussehen, als wären sie in einem Studio geboren. Drei, vier, fünf perfekte Fotos. Klare Winkel, saubere Zähne, kein Schatten unter den Augen. Profile mit nur einem Bild und Lenkrad im Hintergrund gehen unter wie ich nach dem dritten Bier. Also lade ich auch mehr hoch. Filter bis zur Unkenntlichkeit, Kinn hoch, Licht von oben. Ego größer als der Schwanz, aber im richtigen Winkel merkt das keiner. Bio leer? Schlechte Idee. Also schreibe ich „Reise gern, liebe gutes Essen“ und füge die „Bin Unternehmer“ lüge ein, damit ich nicht wie ein Lauch im Schlüpfer rüberkomme. Dabei sitze ich im Bett, Tür zu, Mama hustet im Flur. Mamas kleiner Ficker mit WLAN, aber Profil sagt Loft und Skyline. Push kommt immer abends. Die App weiß, wann ich einsam vorm Display hocke. Also swipe ich weiter. Täglich aktiv sein bringt Sichtbarkeit. Nicht besser werden, nur öfter auftauchen. Ich nenne das Disziplin. In Wahrheit bin ich ein Match-Süchtiger mit Chipsfingern.
Wer täglich wischt, wird öfter gezeigt, nicht öfter gevögelt! Drei Nachrichten entscheiden. Mehr braucht es nicht, um vom Hoffnungsträger zum ungelesen verrecken zu werden. Also haue ich direkt Copy-Paste-Anmache raus. „Hey Süße“ in 20 Chats. Verzweifelt reinsliden mit Emojis, als hätte ich Eier nur als Emoji. Wenn nichts kommt, starre ich auf „Zuletzt online“ und fühle mich persönlich verraten. Dann kommt die Frust-Phase. Pornos statt Frauen. Tab wechseln, Lautstärke runter, Wichsen vorm Bildschirm und danach Wichsphantasie statt Realität. Fickfantasie auf Raten. Ich nenne es Druckabbau, aber es ist nur Pause bis zum nächsten Swipe. Manchmal schreibe ich dreckige Nachrichten tippen und lösche sie wieder. Manchmal schicke ich sie ab. Blockiert nach Dickpic. Ich bin dann beleidigt, nenne mich im Kopf Minipimmel-Maulheld und mache weiter. Großes Maul im Chat, Arsch in der Hose, aber nur online. Und während ich so zwischen Warenkorb und Wunschkörper hänge, merke ich, dass ich alles gleichzeitig will. Schuhe, Sex, Bestätigung. Und kriege meistens nur die Versandbestätigung.
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Online-Dating als Masturbations-Vorlauf
Spätschicht. Kabinentür zu, Handy in der Hand. Nicht wegen Arbeit. Wegen Hoffnung auf Hautkontakt, der nie kommt. Ich tippe Sexting auf billig, ohne jemals einen Termin festzuklopfen. Sicher ist sicher. Arsch in der Hose, aber nur online. Ich weiß, dass 60, 70 Prozent der Profile Kerle sind. Der Rest Bots. Fleischmarkt mit Überangebot. Also mache ich auf Bad Boy, auf wichtig tun, auf reich tun. Fake-Lifestyle posten, als hätte ich ein Leben außerhalb der Kabine. Spiegelselfie mit Klo im Hintergrund, aber nur halb zu sehen. Licht regelt viel, Charakter nicht. Wenn eine antwortet, steigt mein Puls sofort. Sackneid auf zwei Beinen, sobald sie noch zehn andere im Chat hat. Ich tippe schneller. Nacktbilder schicken? Nein, erst mal Dickpic verschicken andeuten, dann doch nicht. Dickpic-Bettler im Herzen, aber Angst vor Screenshot.
Minuten kosten Geld! Später lande ich im Premium-Chat. 2,99 die Minute blechen, für Chat bezahlen, als würde Nähe im Minutentakt wachsen. Automatische Verlängerung läuft, ich stoppe nicht. Arschkriecher bei 2,99 die Minute, der glaubt, jetzt sei er gefragt. Für nackte Pixel zahlen, abgezogen im Pay-Chat, abgezockt von Cam-Girls, aber ich nenne es Investition in mein Liebesleben. Sie schickt Herzchen. Ich antworte mit Feuer. Schwanzprotz ohne Einsatz, Dauergeil und dauersolo. Ich rede von Zukunft, obwohl ich nur für die nächsten fünf Minuten zahle. Dauerbeziehungslüge Deluxe in Kurzform. Wenn das Guthaben leer ist, bleibe ich zurück wie ein Loser mit Latte und kaltem Bildschirm. Ich starre ins Dunkel und frage mich, wie aus einem Mikropenis im Kopf so viel Anspruch wachsen konnte.
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Wer im Profil glänzt, hat vorher die Realität poliert
Dating-Profile sind kein Tagebuch, das ist Schaufenster mit Photoshop-Rauch. Da wird nicht gezeigt, was ist, sondern was halbwegs durchgeht. Licht wird gedreht, Winkel berechnet, Filter über Narben gelegt, bis aus Durchschnitt eine Bewerbung für Bettkantenpolitik wird. Jeder tut so, als wäre es Zufall, dabei ist es Handwerk. Kein Mensch stellt sich morgens ins Bad und sieht aus wie sein Profilbild. Das ist Planung, Schamvermeidung, Ego-Pflege mit Frontkamera. Und wer glaubt, das alles passiert aus Versehen, glaubt auch, dass Influencer morgens zufällig mit perfekten Haaren aufwachen.
- Gesicht extrem nah ranzoomen – Kamera 20 Zentimeter vors Gesicht, Kinn leicht heben, alles unterhalb der Nase abschneiden; so sieht keiner Bauch, Haltung oder Schultern, Wirkung: Fokus auf Augen, Rest bleibt Gerücht.
- Kamera von oben halten – Handy leicht über Stirnhöhe, Blick nach oben, Hals strecken; das zieht das Gesicht schmal und drückt Doppelkinn weg, Effekt: weniger Masse, mehr Model-Vibe.
- Schwarzweißfilter drüberziehen – Kontrast hoch, Haut glatt, Schatten schlucken Details; Pickel, Rötungen und Augenringe verschwinden, Wirkung: Kunst statt Alltag, wie aus einem schlechten Indie-Film.
- Sonnenbrille auf jedem zweiten Bild – Hälfte des Gesichts verdecken, keine Nahaufnahme ohne Glas; kaschiert Augenringe, kleine Augen, Unsicherheit, Effekt: geheimnisvoll statt müde.
- Nur Urlaubsbilder posten – Strand, Rooftop-Bar, Pool, niemals Sofa oder Küche; so wirkt das Leben wie Dauerurlaub, Wirkung: Status ohne Kontoauszug, Lifestyle ohne Alltag.
- Gruppenfoto mit hübscherem Freund – Sich neben jemanden stellen, der auffällt, aber nicht überstrahlt; man wirkt sozial eingebunden, Effekt: Auswahl durch Vergleich, nicht durch Qualität.
- Spiegelselfie nach dem Training – Direkt nach dem Pump, Shirt leicht anheben, Bauch anspannen; Muskeln wirken härter als im Normalzustand, Wirkung: Disziplin verkaufen, obwohl man sonst Chips frisst.
- Alte Fotos von vor zehn Kilo nutzen – Bilder aus der besseren Phase hochladen, keine Datumsangabe; man präsentiert Version 2.0, Effekt: Hoffnung statt Realität.
- „Unternehmer“ in die Bio schreiben – Keine Firma nennen, nur das Wort; klingt nach Macht und Geld, Wirkung: Autorität vortäuschen ohne Beweis, viele übernehmen das aus Promi-Interviews.
- Filter bis zur Unkenntlichkeit – Haut weichzeichnen, Augen heller, Kiefer schärfer; Promi-Instagram kopieren, Effekt: künstliche Perfektion, die in echt niemand halten kann.
- Nur Gesicht, kein Körper – Enge Porträts, kein Ganzkörperbild; man kontrolliert die Perspektive, Wirkung: Körper bleibt Spekulation, nicht Beweis.
- Ein Bild im Anzug – Einmal geschniegelt auftreten, auch wenn es nur Hochzeit vom Cousin war; Anzug signalisiert Erfolg und Ordnung, Effekt: Seriosität als Kostüm.
- Hund oder Baby auf dem Arm – Tier oder Kind ins Bild holen, am besten geliehen; wirkt weich, fürsorglich, Effekt: Vertrauensbonus durch Requisite.
- Ironische Bio mit Selbstbeleidigung – „Chaotischer Idiot sucht Abenteuer“; man nimmt Kritik vorweg, Wirkung: Angriffsfläche entschärfen und Sympathie heucheln.
- Luxus-Hintergrund nutzen – Teures Auto, Hotellobby, Flughafen; selbst wenn es nur Kulisse ist, Effekt: Reichtum andeuten ohne Besitz.
- Emoji-Bio statt Klartext – Flamme, Flugzeug, Hantel, Cocktail; wirkt locker und unkompliziert, Effekt: Tiefe vermeiden, Eindruck von Action erzeugen.
- Standort leicht verschieben – Größere Stadt einstellen, mehr Matches generieren; wirkt begehrter, Effekt: Algorithmus spielt einen höher aus.
- Dauer-Online sein, aber „nur aus Spaß hier“ schreiben – Aktivität steigert Sichtbarkeit, Aussage senkt Erwartung; Wirkung: Bequemlichkeit als Lässigkeit verkaufen.
- Profil regelmäßig minimal ändern – Neues Foto, neue Reihenfolge; Plattformen bevorzugen aktive Profile, Effekt: öfter angezeigt, ohne attraktiver zu sein.
- Promi-Posen kopieren – Blick über die Schulter, halbseitiges Gesicht, Hand am Kinn; bekannte Bildsprache erzeugt Vertrautheit, Wirkung: Man wirkt wie jemand, der es „geschafft“ hat, obwohl es nur ein Nachbau ist.
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Chats voller Ankündigungen, Treffen voller Enttäuschung
Sonntagabend. Laptop auf dem Bauch, Jogginghose mit altem Fleck, Kühlschrank brummt wie ein gelangweilter Türsteher. Erst Sneaker in den Warenkorb, dann Dating-App, dann Pornos statt Frauen als Reserveplan. Reihenfolge ist heilig. Im Chat bin ich plötzlich Arsch in der Hose, aber nur online. Groß reden kostet nichts. Ich schreibe von Spontanität, als würde ich nachts noch in die Stadt fahren und nicht nur bis zum Bad. Ich tippe dreckige Nachrichten tippen, lösche sie, schreibe sie härter, nenne es Charme. Drei Nachrichten entscheiden, ob das Ding lebt oder stirbt. Also direkt auf dicke Hose machen. Direkt auf wichtig tun. Direkt auf Bad Boy machen. Das Treffen kommt trotzdem zustande. Mittwoch, 19:30, Bar mit Kerzen und zu lauter Playlist. Ich sitze da fünf Minuten zu früh, überprüfe mein Profilbild, merke, dass ich im echten Licht kein Filter bis zur Unkenntlichkeit habe. Sie kommt rein. Kein Wunderwesen, kein Werbeplakat. Und ich? Auch kein Actionheld. Nur ein Loser mit Latte, der die eigenen Worte nicht wiedererkennt. Ich rede zu viel. Sie guckt zu kurz. Ich merke, wie das große Maul im Chat schrumpft. Am Ende stehe ich draußen mit einer Umarmung, die nach Pflicht schmeckt. Danach hänge ich wieder auf „Gelesen“ hängen und tue überrascht.
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Die ersten drei Nachrichten sind Casting, das Treffen ist Resteverwertung: Im Chat lief alles. Feuer-Emoji, Witz, bisschen Sexting auf billig, ein paar Sätze über Reisen, die ich nie gemacht habe. Das System liebt Aktivität. Wer täglich wischt, taucht öfter auf. Also wische ich wie ein braver Hund. Beim Treffen merkt man dann, dass das alles nur Schwanzlüge und Pimmelpanik war. Ich spiele Souveränität, während mein Glas klappert. Sie checkt wahrscheinlich in zwei Minuten, dass hier kein Unternehmer sitzt, sondern einer mit „Bin Unternehmer“ lüge im Profil. Später zuhause. Schuhe aus, Hose runter, Handy wieder an. Ich sage mir, sie war nicht mein Typ. In Wahrheit war ich es nicht. Ich lade noch ein Foto hoch, anderes Licht, anderer Winkel. Vielleicht wird aus dem Schwanz kleiner als das Ego irgendwann ein Mann. Passiert natürlich nicht. Ich scrolle weiter.
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Zu faul für echte Nähe, zu geil fürs Alleinsein
Spätschicht. Kabine zu, Handy in der Hand, Hose halb offen. Kein Name, keine Details. Nur diese Mischung aus Müdigkeit und Druck im Bauch. Ich schreibe „Hey Süße“ in 20 Chats, Copy-Paste-Anmache, und nenne es Effizienz. Push kommt genau dann, wenn die Stille am lautesten wird. Ich werde pushgeil auf Benachrichtigungen. Jede Vibration fühlt sich an wie Hoffnung im Billigformat. In Wirklichkeit bin ich ein Wichser am Handy, der glaubt, dass Tippen schon Nähe ist. Später im Bett bei Mama im Nebenraum. WLAN stark, Rückgrat weich. Ich bin Mamas kleiner Ficker in der Fantasie und Dauergeil und dauersolo im echten Leben. Wenn ein Profil zu perfekt aussieht, denke ich kurz an ein Pornobild ohne Money-Shot. Künstlich glatt, null Geruch nach Mensch. Ich like trotzdem. Manchmal schreibe ich „Zeig mal Titten“ und wundere mich, wenn blockiert nach Dickpic zurückkommt. Manchmal verzweifelt reinsliden, manchmal auf reich tun, obwohl das Konto flüstert. Ich zahle 2,99 die Minute blechen, für Chat bezahlen, und rede mir ein, das sei Investition.
Minuten kosten Geld, Fantasien laufen im Abo weiter: Premium-Chat, Countdown läuft. Jede Minute tickt wie ein kleiner Spott. Ich bin Arschkriecher bei 2,99 die Minute, lächle ins Display und für nackte Pixel zahlen fühlt sich plötzlich wie Strategie an. Sie schreibt Herzchen. Ich lese Nähe. Sie schreibt „Mehr?“. Ich verlängere. Abgezogen im Pay-Chat, abgezockt von Cam-Girls, und ich erzähle mir, dass ich die Kontrolle habe. Nachher liege ich da, Bildschirm dunkel, Hose noch halb unten. Wichsen statt wirken ist einfacher als jemanden wirklich anzusehen. Ich starre auf „Zuletzt online“ und warte, als würde da mein Wert stehen. Und während ich denke, dass ich doch nur Sex will, merke ich, dass ich nicht mal den Mut habe, pünktlich aufzustehen. Ich bin Match-Süchtiger, Schwanzprotz ohne Einsatz, ein Feuchter Traum ohne Adresse.
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Vorteile eines Minipimmels
Ein Minipimmel ist kein Drama, er ist Logistik. Weniger Material, weniger Theater, weniger Erwartung. Wo andere mit Zentimetermaß anrücken, reicht hier Augenmaß. Der Körper spart Platz, die Hose schließt ohne Gebet, der Reißverschluss wird nicht zur Mutprobe. Das Ding ist kein Flaggschiff, eher Beiboot – schwimmt, stört nicht, braucht keinen Hafenmeister. Während die Welt über Länge redet, lebt das kleine Kaliber in Nischen. Es klatscht nicht in die Schüssel, wenn man auf dem Klo sitzt. Es klemmt nicht in der Fahrstuhltür. Es ruiniert keine enge Jeans. Bodybuilder wissen es längst: Wenn unten wenig los ist, wirken oben die Muskeln breiter. Kontrast ist ein Geschenk. Der Witz liegt nicht im Maßband, sondern in der Nebenwirkung. Weniger Erwartung heißt weniger Druck. Wer nichts verspricht, muss nichts halten. Das ist keine Niederlage, das ist Energiesparen mit Haut.
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- Beim Treppensteigen kein Schwingen im Takt
- Mit dem Minipimmel zielt man beim Pinkeln wie mit kleinem Kaliber, kein Streufeuer, nur Punktlandung.
- Der Hosenschlumpf klatscht beim Kacken nicht ins Klo-Wasser, er bleibt trocken wie ein Feigling am Beckenrand.
- Den Reißverschluss kann man mit Schwung hochziehen.
- Im Fahrstuhl keine Angst, dass der Microschwanz zwischen der schließenden Tür zerquetscht wird.
- Bauchlage fühlt sich besser an, auch wenn man Geil ist.
- Der Oberkörper wirkt massiger, wenn unten nur ein Ein-Finger-Würstchen baumelt.
- Keine beule in Jeans, der Zentimeter bleibt brav versteckt. Wie bei Napoleon und Zeitgenossen.
- Frauen sagen nicht „Aua“, sie sagen eher „Ist ja süß“, wenn der Schlumpf aus der Hose lugt.
- Im Winter schrumpft nichts Dramatisches.
- Keine sichtbare Morgenlatte. Man kann also gleich aus dem Bett hüpfen.
- Beim Joggen kein rhythmisches Klatschen.
- Fürs Pinkeln braucht man nur einen Finger frei.
- Beim Schwimmen kein Widerstand im Wasser
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